Die Geschichte der Spielekonsole

Juli 4th, 2011 admin

Er erfand sie „zum Spaß“ – Ralph H. Baer gilt als der Erfinder der Spielekonsole. Was heute an den heimischen Fernsehgeräten kaum mehr wegzudenken ist, begann mit ein paar analogen Schaltkreisen.

“Brown Box” nannte er den Prototyp, mit dessen Entwicklung der US-Amerikaner Ralph H. Baer 1966 begann und dessen Siegeszug sich bis heute fortsetzen sollte. Unter dem Namen „Magnavox Odysee“ erschien 1972 dann die erste Spielekonsole der Welt auf dem Markt. Für einen Kaufpreis von 100 Dollar gingen tausende Exemplare über den Ladentisch – der Boom war ausgelöst.

Als ein Ball noch ein Kasten war

In Zeiten von Playstation, Xbox und Wii, von 3D und Bewegungssensoren würde die Grafik der ersten Spielekonsolen anmuten wie ein vergilbtes Schwarzweiss-Foto vergangener Zeiten. Tatsächlich konnte das auf ein paar analoge Schaltkreise und 40 Transistoren basierende System nur wenige weiße Punkte und Blöcke auf schwarzem Hintergrund darstellen. So bewegte man beim “Ping Pong” zum Beispiel einen weißen Kasten als Schläger hoch und runter, um einen gemächlich fliegenden Kasten – den Ball – zu spielen. Was heute durch die Spielekonsole immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, gehörte damals noch zum Spielvergnügen dazu: Spielbretter, Spielkarten und Spielsteine. Einen Spielstand zu verwalten, dazu war die Konsole der Vergangenheit noch nicht fähig. Sie verfügte weder über einen Arbeitsspeicher noch über einen Prozessor. Eine Plastikauflage, die man am Bildschirm befestigte, diente als Spielfeld. Die Controller besaßen zwei Drehregler und ließen die Position der Spielfigur horizontal oder vertikal verändern. Es alleine gegen die Spielekonsole aufzunehmen, das ging nicht. Alle Spiele waren für mehrere Spieler vorgesehen. 16 Spiele wurden für die “Brown Box” (der Name rührte vom braunen, Schachtel-artigen Aussehen her) hergestellt, darunter zum Beispiel Tischtennis, Tennis oder Hockey.

Eine “Schnapsidee” wird zum Welterfolg

Der in Deutschland geborene Jude Ralph H. Baer zog als Jugendlicher mit seiner Familie in die USA, wo er per Fernkurs in der Radio-und Fernsehwartung ausgebildet wurde. Später erhielt er durch ein Studium den Bachelor-Grad in Fernsehtechnik. Während er über den Gebrauch von Fernsehgeräten nachdachte, kam er auf die Idee der Spielekonsole. Mit den Worten “Sie verschwenden die Zeit der Firma” wurde seine Idee kommentiert, als er diese dem Vorstand seiner damaligen Firma vorstellte. Doch Baer gab nicht auf und entwickelte zusammen mit Bill Rusch und Bill Harrisson einen Mechanismus, welcher das Bild, das der Fernseher anzeigte, steuern konnte. Die Elektronik-Firma “Magnavox” war es schlussendlich, die die erste Spielekonsole “Magnavox Odysee” produzierte. Eine Odysee für Ralph H. Baer, die sich gelohnt hat. 2006 erhielt er von George Bush die “National Medal of Technology” – die höchste US-Auszeichnung im Bereich Wissenschaft und Technologie. Eine besondere Ehre für den Mann, der sich außerdem den Dank tausender Videospiel-Begeisterter der ganzen Welt ans Revers heften kann.

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