Nintendo kündigt schärferes Vorgehen gegen Raubkopierer an
September 1st, 2009
admin
Im ersten Halbjahr 2009 sind in Deutschland rund 5,1 Millionen Spiele für mobile Konsolen über den Ladentisch gewandert. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 13 Prozent weniger. Dieser Rückgang an Verkaufszahlen entspricht einem Umsatzeinbruch von 21 Prozent oder 136 Millionen Euro. Diese Entwiklung führen Spielehersteller auf Aktivitäten von Raubkopierern zurück. Grund genug für den japanischen Konsolenhersteller Nintendo härter durchzugreifen.
Um sich in Zukunft wirkungsvoller gegen Raubkopierer zu wehren hat sich Nintendo einen Profi an Bord geholt, der eine Art eigene Taskforce gründet, die gegen die illegalen Kopien vorgehen soll. Neil Boyd ist der Name des Mannes, der zuvor schon für die IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) und warner Brothers gearbeitet hat. Dort vertrat er die Interessen der Musikindustrie gegen Internettauschbörsen und ging gegen die Verbreitung illegaler Raubkopien vor. Nun soll er Nintendo vertreten. Zu diesem Zweck sind noch zwei weitere Asse mit von der Partie. Jonathan Tully, der in der Vergangenheit für Universal Music arbeitete und Matthias Damm, der am Institut für Informationstechnik tätig war.
Die „Task-Force“ hat im Prinzip vier Strategien, mit Hilfe derer sie den Raubkopierern das Leben etwas schwerer machen will. Als eine Maßnahme sollen die Hersteller von Kopiermodulen und Software-Piraten juristisch verfolg werden. Eine weitere Maßnahme geht in die Andere Richtung. So sollen in Zukunft die Verbraucher selbst besser über die illegalen Raubkopiern aufgeklär werden und so davon abgebracht werden, diese zu nutzen. Ein weiterer Punkt ist der technische Aspekt. Dabei sollen bessere Kopierschutzmechanismen entwickelt werden. Der letzte Schachzug soll eine stärkere politische Einflussnahme bedeuten. Da Internetprovider sich noch sträuben mit der Videospielindustrie im Kampf gegen die Softwarepiraterie zusammen zu arbeiten, soll hier mehr Druck seitens der Politik ausgeübt werden.
Nintendo hat gerade in letzter Zeit massive Probleme mit dem Absatz von Spielen für den DS. Experten machen hierfür unter anderem die R4 Module verantwortlich, die es den Nutzern ermöglichen illegal kopierte Spiele auf dem DS abzuspielen. Boyd warnte die Vertreiber der Module bereits, dass sie durch den Vertrieb dieser Geräte, ihre Beziehungen zu Nitendo auf dauer schädigen.
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